Pausen muss man sich nicht verdienen.
Ich weiß, viele Eltern denken das trotzdem. Erst wenn alles erledigt ist, die Wäsche gefaltet, die Mails beantwortet, dann – vielleicht – eine Pause. Meistens kommt sie dann gar nicht mehr.
Dreh das um. Nimm dir die Pause einfach. Jetzt.
Inhaltsangabe
Pausen muss man sich nicht verdienen
Such dir deinen Lieblingsplatz. Den Sessel am Fenster, die Ecke auf dem Balkon, den Platz am Küchentisch, an dem die Sonne reinkommt. Mach dir einen Kaffee oder Tee.
Ich erlebe das ständig in meiner Arbeit mit Eltern: Sie glauben, sie bräuchten eine Stunde für sich, einen ganzen freien Tag, einen Urlaub. Und warten dann darauf, dass sich das ergibt. Es ergibt sich selten. Dabei reichen auch fünf Minuten – wenn sie sinnvoll genutzt werden.
Deine Sinne als Anker
Nutze deine Sinne. Wie duftet der Kaffee? Wie fühlt sich die warme Tasse in deiner Hand an? Was hörst du gerade – Vögel, Verkehr, die Stille selbst?
Das klingt banal. Ist es aber nicht. Sobald du deine Sinne aktivierst, holt dich das aus dem Gedankenkarussell heraus. Du bist nicht mehr im Kopf – bei der To-do-Liste, den Sorgen, dem nächsten Termin. Du bist im Moment.
Atme tief. Zwischen den Gedanken, nicht gegen sie an. Schalt den Kopf ab, so gut es geht.
Der Neustart fürs Nervensystem
Bleib in dieser Pause. Nicht nur eine Sekunde, bevor du schon wieder aufspringst. Bleib. Diese Pause ist der Neustart für dein Nervensystem. Sie gibt dir das, was der Alltag dir sonst nimmt: einen Moment ohne Anforderung.
Und hier kommt das Interessante: Nicht nur du atmest in dieser Pause auf. Auch dein Kind. Ein entspannter Elternteil verändert die Atmosphäre im ganzen Raum. Kinder spüren, wenn du runterkommst – und kommen oft selbst leichter runter.
In diesen kleinen Pausen steckt eine wirklich große Kraft. Nimm sie dir – heute noch.